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04.02.2015 Was Frauen wollen...

Die Bonner AGENTUR ohne NAMEN, Veranstalterin des Messe-Kongresses women&work, hat zum zweiten Mal Frauen bundesweit nach ihren Wünschen und Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber*innen befragt. An der aktuellen Umfrage, die in Kooperation mit dem Wirtschaftsweiber e.V., dem Netzwerk lesbischer Fach- und Führungskräfte, durchgeführt wurde, haben über 3.000 Frauen teilgenommen.

"Fünf Mythen wurden widerlegt", heißt es in der Presseerklärung.

"Frauen sind verschieden. Sie wollen für ihre Arbeit angemessene Entlohnung. Sie wollen Karriere machen. Sie wollen in Führung gehen und dabei unterstützt werden. Sie reduzieren Familienfreundlichkeit nicht auf Kinderbetreuung." Insgesamt nahmen laut der AGENTUR ohne NAMEN 3.104 Frauen ab 20 bis über 50 Jahren an der Befragung teil.

2015-02-04 Was-Frauen-wollen 390Erstmals wurden Aussagen von heterosexuellen und lesbischen Frauen im Vergleich erhoben. 80% gaben an, ausschließlich in heterosexuellen Partnerschaften zu leben, 13% in gleichgeschlechtlichen und 7% sowohl in gleichgeschlechtlichen als auch in gemischt geschlechtlichen Partnerschaften.

Insgesamt wurden 80 Kriterien abgefragt, aufgeteilt auf acht Kategorien: Allgemeine Kriterien der Arbeitgeber*innenwahl (z.B. Standort des Unternehmens), Unternehmensstrategie und Unternehmensorganisation, Arbeitszeiten, Vergütung, Arbeitgeber*innen-Image, Unternehmenskultur und Umgangsformen, Familienfreundlichkeit / Familieneinrichtungen, Unterstützung und Beratung für Frauen.

Die Ergebnisse können eindeutig fünf Mythen zum Thema "Frauen und Karriere" widerlegen.

Mythos 1: "Für Frauen spielt das Gehalt keine Rolle"
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei für 94% der Frauen wichtig bzw. sehr wichtig, gefolgt von der "Gehaltsentwicklung" (93%). Auch ein "transparentes Vergütungssystem" bewerten 87% der Frauen als ein wichtiges Arbeitgeber*innenwahl-Kriterium. "Hier sehen wir eine deutliche Veränderung zu den Ergebnissen der ersten Befragung von 2011/2012," kommentiert Melanie Vogel, Initiatorin der Studie, die Zahlen. "Damals lag das Kriterium 'Einstiegsgehalt' auf Platz 26, heute auf Platz 12."

Mythos 2: "Frauen wollen keine Karriere machen"
Für rund 65% der befragten Frauen sei Karriere wichtig bzw. sehr wichtig. Nur 7% bewerten Karriere als unwichtig. Allerdings nehme die Wichtigkeit von Karriere bei Frauen über 40 Jahren signifikant ab.

Mythos 3: "Frauen wollen nicht in Führung (gehen)"
Auch dieser Mythos ist widerlegt. 4 von 5 Frauen (78,9%) fänden "Aufstiegsmöglichkeiten" wichtig bzw. sehr wichtig, für 72,8% der Befragten seien "Frauen in Führungspositionen" bzw. "Führungspositionen auch in Teilzeit" sehr wichtige Kriterien in Bezug auf die Attraktivität von Arbeitgeber*innen und deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (61,4%) wünschten sich "frauenspezifische Angebote, um die Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen zu erhöhen".

Mythos 4: "Frauen wollen ein familienfreundliches Unternehmen"
Von den abgefragten Kriterien aus dem Fragenblock "Familienfreundlichkeit" sei kein einziges unter den Top 10 gelandet. Der "Betriebskindergarten" sei nur für etwas mehr als die Hälfte der Befragten relevant, während die "Unterstützung bei Pflegenotfällen" mit 72,8% das wichtigste Kriterium aus der Kategorie sei. "Es ist ganz wichtig", sagt Melanie Vogel, "dass die Unternehmen verstehen, dass Familienfreundlichkeit nicht gleich Frauenfreundlichkeit bedeutet. Ein Betriebskindergarten ist kein Garant für eine erfolgreiche Karriere im Unternehmen. Das haben Frauen verstanden und legen andere Wertmaßstäbe bei der Beurteilung eines Arbeitgebers an."

Mythos 5: "Alle Frauen sind gleich"
Die Umfrage zeige dagegen klar: Wünsche und Anforderung der Frauen an Arbeitgeber*innen sind lebensphasenorientiert. Berufseinsteigerinnen legten signifikant weniger Wert auf eine "Frauenquote bei der Stellenbesetzung", Frauen zwischen 41 und 50 Jahren sei der "Frauenanteil in Führung" um 25 Prozentpunkte wichtiger als Frauen zwischen 26 und 30 Jahren. Hier zeigten sich auch die Unterschiede zwischen heterosexuellen Frauen, denen "Elternzeitregelung / Arbeitsplatzgarantie" um 33 Prozentpunkte wichtiger sei als den lesbischen Frauen. Die wiederum legten um 29 bzw. 32 Prozentpunkte mehr Wert auf "Regenbogen- / LGBT-Netzwerke" und "Gleichstellung von Lebenspartnerschaften und Ehe bzgl. Arbeitgeberleistungen". Susanne Hillens, Vorstandsfrau der Wirtschaftsweiber, sagt: "Arbeitgeber unterschätzen bisher, wie sie mit einer Diversity-Kultur hinsichtlich sexueller Orientierung Top-Kräfte binden könnten."

Die Top 10 im Vergleich

In der Übersicht der Top 10 zeige sich im Vergleich zwischen den heterosexuellen und lesbischen Frauen eine Übereinstimmung der Top 5. Von Platz 6-10 jedoch drifteten die Bedürfnisse sichtbar auseinander. Die Daten würden damit weitere Handlungsoptionen für ein zielführendes Diversity Management in den Unternehmen geben.

Alle Frauen sind gleich? Nein!

"Frauen sind verschieden", fomuliert die Studie als Kernergebnis. Sie weise nach, dass die Zielgruppe der "Frauen" das gesamte Diversity-Spektrum erfasse und sich daraus völlig unterschiedliche Wünsche und Anforderungen ergäben – je nach Alter, Lebenserfahrung, sexueller Orientierung und in manchen Fällen sogar je nach Region, in der die Frauen leben.

Ihre Wünsche und Anforderungen an (potenzielle) Arbeitgeber*innen seien zwar ähnlich, einen "Masterplan" zur Umsetzung könne es jedoch aufgrund der Vielschichtigkeit der Zielgruppe nicht geben. Susanne Hillens: "Es gibt keine Kochrezepte, aber die Bereitschaft zu Flexibilität in der Auseinandersetzung seitens der Unternehmen würden lesbische Frauen honorieren."

"Frauen fordern von ihren Arbeitgeber*innen Flexibilität", schlussfolgert die AGENTUR ohne NAMEN. Nicht der Betriebskindergarten mache Frauen allein selig, sondern gute und gerechte Bezahlung, Aufstiegsmöglichkeiten und Förderung seien gefragt. "Unternehmen, die wertschätzend und wertschöpfend mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen und auf ein diskriminierungsfreies Betriebsklima sowie eine kollegiale Zusammenarbeit und eine entsprechende Führungskultur achten, gehören langfristig zu den Gewinnern", zieht Melanie Vogel als Resümee aus der Befragung.

Links:
www.womenandwork.de/alle-frauen-sind-gleich-nein
www.agenturohnenamen.de
www.wirtschaftsweiber.de

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