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20.01.2014

Noch keine "Schule ohne Homophobie" im Kreis Unna

Logo SOH 2012Seit Sommer 2012 fördert das NRW-Schulministerium das Projekt "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie". Bis jetzt nimmt keine Schule im Kreis Unna daran teil. Das soll sich bald ändern, hofft der Landeskoordinator des Projektes.

Ausdrücke wie "Schwuchtel" und "schwul" sind gängige Schimpfwörter auf Berliner Schulhöfen - das geht zumindest aus der Studie "Akzeptanz sexueller Vielfalt an Berliner Schulen" von 2012 hervor. An vielen Schulhöfen in Nordrhein-Westfalen dürfte das nicht anders sein.

Dieser Homophobie - also Vorbehalten gegenüber lesbischen und schwulen Menschen - entgegenzutreten, ist eines der Ziele des Projekts "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie", das seit 2012 vom NRW-Schulministerium gefördert wird. Im gesamten Kreis Unna gebe es derzeit aber noch keine einzige "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie", sagt Frank G. Pohl, Landeskoordinator des Projekts. Wird dem Thema also hier keine Beachtung geschenkt? Pohl sagt: "Viele Schulen kennen das Projekt noch nicht."

Denn: Das Projekt wurde im Herbst 300 Schulleitungen im Regierungsbezirk Köln vorgestellt - im Regierungsbezirk Arnsberg gab es eine solche Informationsveranstaltung bislang noch nicht. Das werde bald nachgeholt, sagt Pohl.

Das Thema sexuelle Vielfalt ist nach dem öffentlichen Bekenntnis von Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger in die Öffentlichkeit gerückt. Viele Reaktionen waren positiv - andere zeigten, dass es noch viele Vorbehalte gegen Homosexualität gibt.

Frank G. Pohl hofft, dass das Projekt nun von noch mehr Schulen wahrgenommen wird. Schulen können sich als offizielle "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie" qualifizieren - ähnlich, wie es auch "Schulen gegen Rassismus" gibt. Dazu müsssen Kontaktlehrer genannt werden, die sich mit den Inhalten beschäftigen und die Schulkonferenz muss dem Projekt zustimmen. Zudem können Schulen - ohne Projektschulen zu sein - sich von der Internetseite des Projekts Unterrichtsmaterialien zum Thema herunterladen.

Auf Anfrage der Ruhr Nachrichten sagte der Schuldezernent der Stadt Lünen, Horst Müller-Baß, dass er die Themen sexuelle Vielfalt beziehungsweise Kampf gegen Homophobie als wichtig erachte. "Ich würde mir wünschen, dass unsere Schulen Materialien dazu abrufen." Er könne sich vorstellen, dass das Projekt "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie" bei den Schulen in Lünen gut ankomme - und versprach, das Thema bei den Schulen anzusprechen. Vielleicht gibt es schon bald die erste Projektschule im Kreis Unna.

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Noch keine "Schule ohne Homophobie" im Kreis Unna (von Michael Schnitzler) | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
www.derwesten.de/staedte/schwerte/noch-keine-schule-ohne-homophobie-im-kreis-unna-id8891964.html#plx748265415

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