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12.11.2013

Petition: Akzeptanz und Sichtbarkeit von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht-Monosexuellen

Petition BisexuelleSchätzungen zufolge sind Bisexuelle, Pansexuelle und Nicht-Monosexuelle (kurz Bisexuelle) die zweitgrößte Gruppe sexueller Identität nach heterosexuellen Menschen. Bisexuelle werden oft ignoriert, diskriminiert, dämonisiert oder unsichtbar gemacht, sowohl in der heterosexuellen, als auch in der lesbischen und schwulen, Welt. BiNe e.V., das Bisexuelle Netzwerk Deutschland, bittet um Unterzeichnung einer Online-Petition, die Politik, Medien, Kirchen, Verbände und weitere Organisationen zu mehr Akzeptanz und Sichtbarkeit von Bisexuellen auffordert.

Die Online-Petition startete am offiziellen "Bi Visibility Day" oder auch Tag der Bisexuellen am 23.9.2013. Die Idee dieses Tages und der Petition stamme ursprünglich aus den USA. Seit dem Stonewall-Aufstand 1969 sei die homosexuelle Gemeinschaft weltweit gewachsen und habe an Kraft und Sichtbarkeit gewonnen. Die Gesetzgebung in Deutschland habe sich für Lesben und Schwule massiv geändert, die politische Akzeptanz sei gestiegen, die gesellschaftliche werde ebenfalls immer stärker - auch wenn es noch keine absolute Gleichberechtigung gebe. Jedoch seien Menschen, die nicht eindeutig hetero- oder homosexuell sind, lieben und leben, weiterhin unsichtbar. In Deutschland führe die bisexuelle, pansexuelle und nicht monosexuelle Gemeinschaft ein Schattendasein.

In der Gesellschaft existiere nach wie vor ein starres Bild: Entweder ein Mensch ist hetero oder schwul/lesbisch. Bei einer EU-weiten Umfrage von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender (LSBT) Personen zum Thema Erfahrungen mit Diskriminierung, Gewalt und Belästigung wurden über 93.000 Menschen online befragt. Gerade einmal 15% der Teilnehmer_innen bezeichneten sich als bisexuell, obwohl Schätzungen zufolge Bisexuelle in Bezug auf die sexuelle Identität die zweitgrößte Gruppe nach heterosexuellen Menschen bilden. (Kurzlink: bit.ly/1gnZTJi )

Diese Diskrepanz wird ebenfalls durch die nicht repräsentative sozialpsychologische Studie der Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung im Rahmen der Initiative „Akzeptanz sexueller Vielfalt" des Landes Berlin bestätigt. Online hatten daran bundesweit 1.042 schwule und lediglich 121 bisexuelle Männer im Alter von 16 bis 77 Jahren teilgenommen. (Kurzlink: bit.ly/1gnZTJi)

Oft werde die gesamte sexuelle Orientierung der Bisexuellen als falsch, unmoralisch oder irrelevant gebrandmarkt. Trotz jahrelangem Aktivismus und der Tatsache, dass Bisexuelle die größte Gruppe in der LGBT-Gemeinde seien, würden ihre Bedürfnisse nicht gesehen und ihre Existenz noch immer in Frage gestellt. Diese Ausradierung berge ernsthafte Konsequenzen in Bezug auf ihre Gesundheit, ihre Sozialisierung, ihr wirtschaftliches Wohlergehen sowie die Finanzierung von Bi-Organisationen und -Programmen.

Ein Bericht über Eingliederung und Chancengleichheit bisexueller Menschen in Großbritannien zeigte, dass von allen größeren Gruppen in Bezug auf sexuelle Identität bisexuelle Menschen die größten psychischen Probleme haben einschließlich höherer Raten von Depressionen, Angstzuständen, Selbstverletzungen und Selbstmorden. Für den Bericht abgefragte Einstellungen gegenüber bisexuellen Menschen erwiesen sich im Vergleich zu anderen sexuellen Minderheiten eher als negativ. Häufig werde ihnen pauschal unterstellt, sie seien promisk, unfähig zu monogamen Beziehungen, eine Bedrohung für bereits bestehende Beziehungen Dritter sowie Träger sexuell übertragbarer Krankheiten. All dies trage dazu bei, dass Menschen, die weder homo- noch heterosexuell sind, sich häufig nicht outen und damit unsichtbar bleiben.

Um dies zu ändern, fordern die Initiator_innen der Petition:

- dass sich die Deutsche Politik im In- und Ausland aktiver für die Rechte von Menschen, die nicht homosexuell oder heterosexuell sind, einsetzt
- Anerkennung von Bisexuellen, Pansexuellen und Nicht- Monosexuellen (kurz Bisexuelle) in den Bereichen Medizin und Psychologie
- Akzeptanz und Sichtbarkeit von und in den Medien
- Akzeptanz und Toleranz in den Wohlfahrts-, Kirchen- und Gewerkschaftsverbänden in Deutschland
- Akzeptanz und mehr Toleranz auch in der schwulen und lesbischen Gemeinschaft

In Einzelnen heißt dies:
- Verbesserung des Beratungsangebotes und der psychologischen Betreuung für Bisexuelle
- in Publikationen und Medienberichten Begriffe zu nutzen, die Bisexuelle integrieren, wenn es (auch) um Bisexuelle geht
- in Diversity Trainings gesonderte Informationen über Bisexualität bereitzustellen
- Aufklärungsunterricht in Schulen, gesonderte Informationen über Bisexualität
- darauf zu achten, dass sich in öffentlichen Gremien und Organisationen, in denen Themen behandelt werden, die Bisexuelle betreffen, auch unter den Mitgliedern bzw. Sprecher_innen Bisexuelle involviert sind.

Link zur Petition: www.openpetition.de/petition/online/verbesserung-der-akzeptanz-und-sichtbarkeit-von-bisexuellen-pansexuellen-und-nicht-monosexuellen

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